Pressemitteilung vom 29.09.2015

Heute haben wir unsere erste Pressemitteilung verfasst.

Neubrandenburg hilft und Seenplatte hilft ist am Start!

Auch in Neubrandenburg und Umgebung finden sich engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen, die sich nicht an Hetze und Ausgrenzung gegen Geflüchtete beteiligen wollen, sondern sich aktiv um eine gelingende Integration bemühen. Sie kommen aus allen Gesellschaftsschichten und wollen Menschen zusammenbringen, die aktuell helfen oder einen Beitrag zur besseren Verständigumg leisten wollen.

Am vergangenen Sonntag haben sie sich in großer Runde mit Vertretern der in Neubrandenburg aktiven Hilfsorgannisationen und privaten Initiativen getroffen. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich unter all denen, die mit den Neuankömmlingen zu tun haben, ein dichtes Netzwerk bildet. Nur so kann Unterstützung im bestmöglichen Sinne geleistet werden, die niemanden überfordert!“, so eine der VertreterInnen der Initiative. „Hilfsorganisationen sind bereits stark in der aktiven Hilfe eingebunden, die Organisation der ehrenamtlichen Unterstützung bringt sie häufig an Kapazitätsgrenzen. Diesen Aufwand wollen wir im besten Sinne erleichtern, weil wir durch unsere Präsenz in den sozialen Netzwerken auf kurzem Weg schnell viele Menschen erreichen können.“

Katastrophenfälle wie das Oderhochwasser, aber auch die bereits existierenden Vorbilder in Rostock (rostock hilft) und Schwerin (Flüchtlingshilfe Schwerin), zeigen, dass auf diesem flexiblen Weg schnell und unbürokratisch Strukturen geschaffen und organisiert werden können.

In der Bewältigung der aktuellen Situation sieht die Gruppe aber nicht das Ende ihrer Arbeit. „Wir wollen über das Heute hinaus auch in die Zukunft denken, Patenschaften für die Neuankömmlinge organisieren, die sie auf den ersten Wegen außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte begleiten. Wohnungssuche, Behördengänge sind alles Aufgaben, für die hauptamtliche Migrationsbeauftragte nur wenige Minuten pro Person Zeit haben. Hier wollen wir interessierte Menschen gemeinsam mit den Migrationsdiensten auf diese Aufgabe vorbereiten und vor allem Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger ermutigen, sich dieser Aufgabe zu stellen. Nur so können wir uns kennenlernen und lernen, dass wir alle Menschen mit den gleichen Ängsten und Sorgen sind“. Angeboten werden soll auch die Organisation von Sprachkursen, aber auch der regelmäßige Austausch untereinander. „Wir wollen gar nicht vordenken, was alles gemacht werden könnte, um sich gegenseitig kennenzulernen. Wir vertrauen auf die Fantasie der Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger und dass sie mit uns in Kontakt treten. Das ist am besten über unsere Homepage „Neubrandenburg hilft“ möglich, aber auch unsere Präsenz auf Facebook (Neubrandenburg hilft) oder Twitter (nbhilft)“, wirbt die Initiative für das Vorhaben.

Die Gruppe denkt auch weiter und sieht einen Bedarf auch im gesamten Landkreis. „Hier gibt es zwar vor Ort schon viele Initiativen, die eine hervorragende Arbeit machen“, wird berichtet. „Manchmal sind aber Aufgaben zu lösen, die mit der Unterstützung eines größeren Netzwerkes leichter zu bewältigen sind.“ Hier bietet die Gruppe über Homepage und Facebook-Seite „Seenplatte hilft“ ein Forum und ist auch in Kontakt mit Gruppen und Hilfsorganisationen im Landkreis.“Wir sind uns darüber im Klaren, dass Strukturen nur erfolgreich vor Ort wachsen können, wenn sie gelingen sollen. Aber durch das Veröffentlichen der vielen positiven Beispiele wollen wir auch noch unschlüssigen Mut machen sich zu engagieren.“

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Zur Situation der Geflüchteten in Neubrandenburg

Zur aktuellen Situation meldete sich der Oberbürgermeister Anfang September wie folgt.

Liebe Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger,

in den zurückliegenden Monaten hat die Zahl der Flüchtlinge, die nach Neubrandenburg kommen, deutlich zugenommen. Die Gemeinschaftsunterkunft im Markscheiderweg erreichte ihre Kapazitätsgrenzen und auch die Anzahl der dezentralen Unterbringungen ist gestiegen. Insgesamt sind derzeit 611 Menschen zentral und 307 dezentral untergebracht. Es wurde eine Notunterkunft für Flüchtlinge in der Bundeswehrkaserne in Fünfeichen eingerichtet. Hier konnten 214 Flüchtlinge aufgenommen werden. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung mit Hauptwohnung in Neubrandenburg hat sich von 2010 zu 2015 nahezu verdoppelt und liegt nun bei 3,5 Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung.

Ich weiß, dass die derzeitige Situation für alle Beteiligten mit großen und ernsten Herausforderungen verbunden ist. Neubrandenburg hat sich jedoch als eine Stadt mit echter Willkommenskultur gezeigt und diese Herausforderungen angenommen.
Gerade als Oberzentrum und Kreisstadt ist die Vier-Tore-Stadt in der Flüchtlingsfrage der zentrale Anlaufpunkt in der Mecklenburgischen Seenplatte. So hat die Stadt mehr Flüchtlinge aufgenommen, als dies der Verteilungsschlüssel vorsieht. Dies wird in naher Zukunft auch so bleiben. Aktuell rechnet der Landkreis mit 400 weiteren Flüchtlingen in den kommenden Wochen, die kurzfristig auch in Neubrandenburg eine Unterkunft benötigen.

Umso wichtiger ist es, dass wir diese Menschen in unsere Gesellschaft integrieren. In vielen Vereinen, bei denen ich zu Besuch war, wurde immer die Generationsproblematik angesprochen. Echte Integration könnte beispielsweise für Vereine zu einer Verbesserung dieses Problems sorgen und die Kultur und den Sport in unserer Stadt bereichern. Jugendliche Flüchtlinge sind ebenfalls für Unternehmen, die Ausbildungsplätze nicht besetzen können, eine echte Chance gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen.

Neubrandenburg hat im vergangenen Jahrhundert eine bewegende Geschichte erlebt, die von Flucht, Vertreibung und starkem Wachstum durch Zuzug gekennzeichnet war. Auch dies sehe ich als Beweis, dass die Menschen der Vier-Tore-Stadt die aktuellen Herausforderungen annehmen werden.

Ihr
Silvio Witt
Oberbürgermeister

An dieser Stelle werden wir zukünftig über die Ereignisse in der Stadt Informieren. Außerdem werden wir uns in diesem Blog direkt an euch wenden, wenn es irgendwo besonders notwendig ist zu Helfen.

Koordinierte Flüchtlingshilfe

Hey Leute, schön dass ihr hier seid – für die gezielte und koordinierte Hilfe für geflüchtete Menschen, in der Stadt Neubrandenburg, hat sich diese Plattform gebildet.

In den nächsten Tagen aktualisieren wir diese Seite nach und nach. Hier werdet ihr dann auch konkrete Möglichkeiten der Unterstützung der Flüchtlingsarbeit finden.
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